Mit unserer "Art des Monats" stellen wir Ihnen jeden Monat eine neue heimische Art vor. Egal ob Tier, Pflanze oder Pilz: So entsteht hier ein einzigartiges Lexikon mit alltäglichen oder auch besonderen Arten, die bei uns vor Ort auf den Fildern heimisch sind.
Die "Art des Monats" wurde ursprünglich von den Biotopern Filderstadt entwickelt und vorgestellt. Die Idee lebt im NABU Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen weiter.
Eine Übersicht mit allen bisher vorgestellten Arten von A bis Z finden Sie hier:
Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn – Glücksbringer und Freund des Gärtners – der Marienkäfer.
Obwohl: es gibt gar nicht den Marienkäfer, allein in Mitteleuropa gibt es ca. 100 Arten, weltweit gar über 5000!

Der Bekannteste ist rot mit zwei (Zweipunktmarienkäfer Adalia bipunctata) oder sieben schwarzen Punkten (Siebenpunktmarienkäfer Coccinella septempunctata), bei allen variiert die Anzahl und das Aussehen der Punkte stark. Dabei gilt nicht: die Zahl der Punkte gibt das Lebensalter wieder. Vielmehr hat jede Art ihre eigene Punktzahl und auch ihre eigene Farbvariation. Diese reicht von weiß über gelb, rot, braun und schwarz mit runden, ovalen oder fleckigen Punkten in den Farben weiß, braun, schwarz – manche Arten haben gar keine Punkte. Selbst die Färbung innerhalb einer Art variiert.
Ein Marienkäfer ist ein Insekt mit typisch 6 Beinen und die Entwicklung (Metamorphose) vom Ei zur Larve zur Puppe und zum adulten Käfer dauert ungefähr von April bis August.
Die Paarung erfolgt im Frühling nach der Überwinterung. Im Winter bleiben die Tiere in Gruppen zwischen Moosen und Gräsern, aber auch gern in Schuppen oder Häusern.
Im Mai legt das Weibchen an der Unterseite der Blätter die Eier ab, jeweils in der Nähe von Blattlauskolonien. Nach einer Woche schlüpft die Marienkäferlarve. In dem 30-60 Tage dauerndem
Larvenstadium frisst jedes Individuum bis zu 1.800 Blattläuse.

Die Larve ist länglich, eindeutig zu erkennen der Kopf mit Mundwerkzeug und Fühler, die Brust mit 3 Segmenten und 3 Beinpaaren und der beinlose Hinterleib, bestehend aus 10 Segmenten. Das Tier
ist grauschwarz mit hellen/gelben Flecken. Nach 4 Häutungen verpuppt es sich und nach ca. einer Woche schlüpft der fertige Käfer (ungefähr im August). Er ist 5-8 mm lang und ein genauso eifriger
Blattlausjäger, wie als Larve. Manche Arten fressen auch Schildläuse, Mehltaupilze oder Spinnmilben, einige Arten sind reine Pflanzenfresser. Marienkäfer werden ca. 1 Jahr alt, nur selten
überleben sie einen zweiten Winter.
Bei der Nahrungssuche läuft der Marienkäfer einfach los, auf der Suche nach Beute, dabei stößt er per Zufall auf Blattläuse, denn er kann die Beutetiere erst mit einem Abstand von max. 7 mm
wahrnehmen. Junge Larven beißen die Blattlaus, sondern einen Verdauungssaft ab, welcher die Blattlaus vorverdaut und saugen dann den Saft auf. Übrig bleibt nur eine Hülle. Ältere Larven und
adulte Käfer fressen die komplette Laus.
Bei Angriff oder Gefahr sondert der Marienkäfer eine übelriechende gelbe Flüssigkeit aus den Kniegelenken ab (das so genannte Reflexbluten). Dies soll Feinde abschrecken und ihn ungenießbar
machen. Außerdem kann er bei Berührung die Beine und Fühler in seine Unterseite drücken und sich totstellen.

Eine Umfrage in den 60er Jahren hat herausgefunden, dass es im deutschen Sprachraum mehr als 1.700 volkstümliche Namen für den Marienkäfer gibt, z.B. Hergottskäfer, Engelstierchen, Glückskäferle, Leußfresser, Motschekiepchen . Früher glaubte man, dass er ein Geschenk der Gottesmutter Maria an die Bauern ist. Er wird als natürlicher Schädlingsbekämpfer in der Landwirtschaft eingesetzt. So hat sich jedoch in den letzten Jahren der Asiatische Marienkäfer in Mitteleuropa ausgebreitet. Er wurde als „Biowaffe“ gegen Blatt- und Schildläuse eingesetzt, da er ein vielfaches mehr an Blattläusen vertilgt als die heimischen Arten. Er hat bessere Überlebenschancen und verbreitet sich somit flächendeckender. Erkennbar ist er an dem schwarzen W oder M auf dem weißen Kopf.

Für Winzer richtet er mancherorts einen immensen Schaden an: er setzt sich im Sommer und Herbst in reife Früchte (u.a. in Trauben) und sondert eine Substanz in hoher Konzentration ab, welche bei
der Weinherstellung für Fehltöne sorgt und somit ganze Ernten unbrauchbar macht.
Wir als Hobbygärtner können uns den Hunger des Marienkäfers zunutze machen, indem wir einen insektenfreundlichen Garten mit heimischen Pflanzen anlegen, keine Herbizide oder Pestizide einsetzen
und auch mal ein paar wilde Ecken belassen. Wenn Blattläuse eine Pflanze befallen, werden sich bald auch Marienkäfer oder andere Blattlausfresser, wie Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen,
Gallmücken, Raubwanzen, Ohrwürmer oder Vögel einfinden.
Text: Susann Hahn

Die Gehörnte Mauerbiene ist eine heimische Wildbiene aus der Familie der Bauchsammlerbienen, welche in Süd- und Mitteleuropa weit verbreitet ist. In Süd- und Mitteldeutschland kommt sie häufiger vor, als im Norden. Auch findet man sie nur bis zu einer Höhe von 500m.
Aussehen
Das größere Weibchen wird 12-16mm lang, Kopf und Thorax sind schwarz bis grauschwarz behaart, Hinterleib und Bauch leuchten fuchsrot. Ihr Aussehen erinnert an eine kleine Hummel.
Am Kopf befinden sich zwei Fühler und dazwischen zwei kleine Hörnchen, welche ihr den Namen verliehen haben.
Die Männchen sind kleiner und sind am Kopf auffallend weiß behaart. Ihre Fühler sind etwas länger, dafür haben sie aber keine Hörnchen.
Lebensraum
Die Gehörnte Mauerbiene lebt solitär, d.h. sie bildet keine Staaten. Sie ist sehr anpassungsfähig, daher findet man sie oft in Siedlungsgebieten, in der Nähe von Parks und Gartenanlagen. Sie nutzt Mauerspalten, Fugen, Ritzen oder Bohrlöcher als Nistplatz und nimmt auch gern von Menschen zur Verfügung gestellte Nisthilfen (Schilf, Bambus oder in Holz gebohrte Löcher).
Außerhalb der Siedlungsgebiete nistet sie in vegetationslosen Löß- und Lehmwänden an Steilhängen von Flüssen. Sie benötigt ein großes Blütenangebot von Frühblühern.
Fortpflanzung/Lebenszyklus
Bereits Anfang März, sobald die Temperaturen steigen, verlassen die Männchen ihr Winterquartier, ca. 2 Wochen danach folgen die Weibchen. Nach der Paarung beginnen die weiblichen Bienen mit dem Nestbau.
Es sind sogenannte Liniennester, in denen sich bis zu 12 hintereinander liegende Brutzellen befinden. In jede Zelle legt die Biene zuerst Pollen ab, darauf je ein Ei. Die letzte Brutzelle vor dem Ausgang bleibt leer und wird mit einem Pfropfen verschlossen. Dieser besteht aus einem Gemisch aus körpereigenem Drüsensekret und feuchten Sand oder Lehm. Daher sieht man die Bienen manchmal an frisch gewässerten Pflanzen oder einem Erdaushub.
Die Larve ernährt sich von dem Pollen und nach einigen Wochen spinnt sie einen Kokon und verpuppt sich. Das Puppenstadium endet im September und sie verbleibt als Imago bis zum nächsten Frühling im Nest. In den ersten warmen Märztagen fressen sie sich durch den Pfropfen nach draußen. In den vorderen Zellen sind immer die männlichen Bienen, daher fliegen sie eher als Weibchen.

Speiseplan
Die Gehörnte Mauerbiene ernährt sich selbst vom Nektar der Frühlingsblüher. Dabei ist sie nicht unbedingt wählerisch. Es konnten 14 Pflanzenfamilien bestimmt werden, von denen sie sich ernährt, darunter Hahnenfußgewächse (z.B. Scharbockskraut), Korbblütler (z.B. Gänseblümchen, Huflattich), Kreuzblütler (z.B. Wiesenschaumkraut), Weiden, Kirsche, Apfel u.a.
Die Pollen, welche an der Unterseite ihres behaarten Bauches hängen bleiben (wie auch der Familienname verrät) sammelt sie für die Brut.
Schutzstatus
Wie alle heimischen Wildbienenarten ist auch die Gehörnte Mauerbiene besonders geschützt. Es ist verboten, ihre Nester zu beschädigen oder zu zerstören, Individuen zu fangen, verletzen oder töten.
Sie ist in Mitteleuropa noch nicht gefährdet. Unterstützen kann man die Gehörnte Mauerbiene, aber auch alle anderen Wildbienenarten, indem man ein reiches Angebot an heimischen Pflanzen, vor allem Frühblüher, im Garten anbaut oder diese, wenn sie wild aufkommen, stehen lässt.
Auch kann man ihr Nisthilfen anbieten. Die Röhren sollten einen Durchmesser von 7-9mm haben und eine Länge von 8-10cm. Da die Mauerbiene nur „saubere“ Röhren zum Nisten wählt, sollten die Röhren regelmäßig ausgetauscht werden.
Text: Susann Hahn
Quellen: Nabu.de; Wikipedia

Die Haselnuss (Corylus avellana) gehört zu den Birkengewächsen und ist ein vielstämmiger Strauch, der 2-6m hochwächst. Er ist sommergrün, kommt an Wald- und Wegrändern vor und ist in Mitteleuropa
weit verbreitet. In Eurasien und Nordamerika gibt es 15 Arten der Corylus, aber in Mitteleuropa ist nur die Corylus avellana heimisch.
Fortpflanzung
Die Pflanze ist einhäusig, d.h. männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane sind an einem Strauch. Die männlichen, schlaff hängenden Kätzchen werden im Vorjahr angelegt. Die weiblichen Blüten
sind in den Knospen geborgen und nur die klebrigen roten Narben schauen raus.
Bei der Blüte, die ab Temperaturen über 10°C beginnt (Januar – April), bilden die Kätzchen Pollen aus, welche durch Wind verbreitet werden und sich an die weiblichen Narben setzen.
Die rundlich-eiförmigen Nüsse werden aus der weiblichen Blüte gebildet und sitzen in einem Fruchtbecher. Fruchtreife ist im September / Oktober.

Ökologische Bedeutung
Die Pollen sind für einige Bienenarten (z.B. Sandbiene, Seidenbiene, Honigbiene) oder auch für Hummelköniginnen eine wichtige frühe Eiweißquelle.
Für 60 Schmetterlingsraupen ist die Haselnuss eine Futterpflanze, u.a. Haselnussspinner, Braune Tageule und Zitronenfalter.
Eichelhäher, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Mäuse, Häher und Kleiber fressen nicht nur die Nüsse sondern tragen auch zu deren Verbreitung bei (Anlegen von Verstecken als
Winternahrungsquelle).
Einige Arten sind monophag, d.h. sie ernähren sich ausschließlich von der Haselnuss. Dies ist u.a. der Haselnussbohrer (ein Rüsselkäfer), einige Zikaden (Haselmaskenzikade, Ochsenlaubzikade,
Dornenlaubzikade) oder Pflanzenläuse.
Des Weiteren nutzen viele Vögel den Strauch als Nist- und Schlafplatz.
Nutzung durch den Menschen
Das Holz der Haselnuss wird auf Grund der Flexibilität, der Zähigkeit und des geraden Wuchses für Zäune, Möbel oder als Flechtmaterial für Körbe genutzt. Es ist weich und leicht zu bearbeiten.
Auch als Brennholz wird es genutzt.
Die Früchte sind eine gesunde Fett- (60%) und Eiweißquelle (20%) – und obendrein einfach lecker. Die im Handel erhältlichen Haselnüsse stammen ausschließlich von der Lamberts-Hasel (Corylus
maxima), auch Bluthasel genannt.
Zudem ist die Hasel ein beliebter und robuster Zierstrauch. Sie ist sehr hitze- und trockenbeständig.
Mythologie und Geschichte
Die Haselnuss ist ein Symbol für Lebens- und Liebesfruchtbarkeit, für die Unsterblichkeit, den Frühling, glücklichen Beginn und Wunscherfüllung.
In heidnischen und christlichen Gräbern fand man Haselzweige als Grabbeigabe.
Bereits in der Steinzeit waren Haselnüsse eine wichtige, fettreiche Nahrungsquelle.
Text: Susann Hahn
Quellen: „Bäume und Sträucher“ Dr. Ulrich Hecker; Wikipedia; Naturführer Europa
Ein schwarzer, großer Vogel, im Baum auf dem Feld, in der Stadt oder mit rudernden Flügelschlägen am Himmel – mit einem gut vernehmbaren „kraah“ oder „krääh“.
Fast immer wird man es hier mit der Rabenkrähe zu tun haben, unserem häufigsten Rabenvogel. Ähnlich sind ansonsten nur die Saatkrähe mit dem hellgrauen Schnabel und der viel größere Kolkrabe mit
seinem tiefen und kurzen „krock“-Ruf. Beide sind bei uns aber, wenn überhaupt, eher selten anzutreffen. Wer glaubt, einen Raben vor sich zu haben, wird es also in der Regel mit der nicht minder
interessanten Rabenkrähe zu tun haben.
Merkmale
Die ganzjährig bei uns zu beobachtende Rabenkrähe hat ein komplett schwarzes Gefieder. Der Schnabel und die Beine sind ebenfalls schwarz und kräftig. Allerdings ist der Schnabel nicht so hoch und
stark befiedert wie beim größeren Kolkraben. Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
Fortpflanzung
Die Rabenkrähe brütet zwischen März und Juli in großen Kolonien, oft in hohen Bäumen am Waldrand beziehungsweise in lichten Wäldern, in der Nähe von Menschen auch oft in Parks oder auf
Friedhöfen. Häufig ist eine Rabenkrähenkolonie schon aus großer Entfernung an der lauten Geräuschkulisse zu erkennen. Die Tiere bauen dort auffällige Nester aus größeren Zweigen. Einzelne
Krähennester werden in Folgejahren manchmal auch von der Waldohreule für Ihre Jungen nachgenutzt.

Selbstbewusst, opportunistisch und clever
Die Rabenkrähe ist häufig in Gruppen unterwegs, bestehend aus zwei bis hin zu vielen dutzend Tieren. Insbesondere im Winter sind die Gruppen oft größer.
Die Tiere verteidigen ihr Revier selbstbewusst. Häufiger kann man hoch in der Luft Rabenkrähen sehen, die Mäusebussarde drangsalieren und vertreiben. Meist gehen sie dabei zu mehreren auf einen
Feind los.
Die Rabenkrähe ist Opportunist und Allesfresser: Insekten, Saat und Früchte, aber auch Aas und Abfälle werden gerne genommen. Dabei ist sie durchaus einfallsreich: Sie kann Mülltüten aufreißen
oder Nüsse auf die Straße fallen lassen, um sie durch den Aufprall oder das nächste vorbeifahrende Auto knacken zu lassen.
Rabenkrähe oder Aaskrähe?
Teilweise wird die Rabenkrähe mit ihrer Schwesterart, der Nebelkrähe, die vor allem in Ostdeutschland heimisch ist, zu einer gemeinsamen Art, der „Aaskrähe“ zusammengefasst. Und tatsächlich:
Beide Arten sind, wie man mittlerweile weiß, trotz ihres sehr unterschiedlichen Aussehens genetisch identisch. Die Diskussion der Abgrenzung der Arten ist also noch nicht beendet. Mit der nach
wie vor gängigen Aufteilung in Nebel- und Rabenkrähe macht man jedoch nichts falsch.
Text: Nils Meyer
Quellen:
Eis und Schnee mag der Eisvogel gar nicht – aber warum heißt er dann so?
Sein Name kommt von seinem farbenprächtigen, eisblau-schillernden Gefieder, welches im Flug nicht zu verwechseln ist.

Aussehen und Merkmale
Die prächtige, bläulich-türkis-schillernde Färbung des Eisvogels ist eigentlich nur im Vorbeiflug erkennbar. Im Halbschatten und bei stillem, geduldigem Ansitz ist er bestens getarnt und nur
schwer zu entdecken.
Mit seiner Größe von ca. 18 cm ist er zwar größer als ein Spatz, aber kleiner als eine Amsel. Hat man den Eisvogel bei stillem Ansitz entdeckt, fallen die orange-braune Unterseite und der kurze
Schwanz auf. Oft erkennt man den Eisvogel erst beim geradlinigen, reißenden Abflug; mit etwas Glück kann man dann auch einen kurzen, scharfen „Pfiff“ hören.
Vorkommen
Der Eisvogel ist nirgends häufig, kommt aber doch regelmäßig überall dort vor, wo Gewässer mit Bestand an Kleinfischen vorhanden sind. An den Fließgewässern der Filder-Ebene haben wir ihn
vor allem im Reichenbach-Tal („Siebenmühlental“), im Bombach-Tal und gelegentlich am Fleinsbach entdeckt. Regelmäßige Vorkommen gibt es hauptsächlich an den Stillgewässern, solange sie eisfrei
sind: z.B. am Bärensee und am Flughafen-Stausee.
Bei starken Frostperioden werden unsere Eisvögel zu „Strichvögeln“ und weichen ins Aich- und Neckartal aus.
Nahrung
Wie erwähnt, ernähren sich Eisvögel vor allem durch kleinere Süßwasserfische, welche sie im Sturzflug und mit angezogenen Füßen von einer passenden Sitzwarte aus erbeuten (Stoßtaucher!).
Gelegentlich stehen auch Frösche und Kaulquappen auf dem Speisezettel.
Üblich ist, dass der erbeutete Fisch mit dem Kopf voran verzehrt wird . . . damit er nicht im Hals stecken bleibt.

Fortpflanzung
Eisvögel bauen ihr Nest an Steilufern von Bächen oder Teichen/Seen. Dazu graben sie mit Schnabel und Füßen eine bis zu 80 cm lange Röhre, an deren Ende eine kleine Mulde als eigentlicher
Nistplatz angelegt wird. Der Nestbau ist eine aufwändige Meisterleistung des kleinen Vogels, welche bis zu 1 Monat dauern kann!
Im März/April werden 6 – 7 Eier gelegt und knapp 3 Wochen lang durch beide Partner ausgebrütet. Nach weiteren 3 – 4 Wochen müssen die Jungvögel ihr Nest verlassen, weil die Eltern mit der
Zweitbrut beginnen. Bei sehr gutem Nahrungsangebot kann es sogar zu Drittbruten (!) kommen. Sogenannte „Schachtelbruten“ entstehen dann, wenn bei einer Folgebrut die vorhergehende Brut noch zu
Ende gefüttert werden muss.
Fazit: Der Eisvogel ist – optisch gesehen – ein Juwel unter unseren heimischen Brutvogel-Arten. Freuen wir uns, dass dieser farbenprächtige Vogel auch auf der gewässerarmen Filderebene noch
bewundert werden kann.
Text: Eberhard Mayer

Die Roteiche ist der Baum des Jahres 2025. Allerdings war die Auswahl ausgerechnet dieser Art durchaus umstritten. Aber warum?
Beschreibung und Merkmale
Die Roteiche ist am einfachsten an ihren Blättern zu erkennen. Wie bei anderen Eichen hat ihr Blatt auf beiden Seiten symmetrische Lappen. Anders als bei anderen Eichen, sind diese jedoch am Ende
nicht rund, sondern spitz. Im Herbst bekommen die Blätter die Namensgebende rote Farbe.
Der Baum kann in der Regel 25 bis 30 Meter hoch wachsen und 200 bis 300 Jahre alt werden. Er bevorzugt wie andere Eichen sonnige bis halbschattige Standorte. Gegenüber Wind und Krankheiten ist
die Roteiche sehr resistent.
Ein umstrittener Baum des Jahres
In der Roteiche liegen – im Guten wie im Schlechten – die beiden zentralen ökologischen Krisen vereint, die es derzeit auf unserem Planeten gibt: Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise. So
ist die Roteiche sehr resistent gegenüber Klimastress und bietet sich daher geradezu an für den anstehenden Waldumbau hin zu mehr Klimaresilienz. Hinzu kommt, dass das Laub der Roteiche nur
schlecht biologisch abgebaut wird, sodass sie nach dem Blattabwurf im Herbst mit Ihrem am Boden liegenden Laub das Wachstum anderer Pflanzen behindert. Das wirkt Bewuchs und Unterholz entgegen,
was in Waldbrandsituationen hilfreich sein kann.
Auf der Gegenseite steht die Roteiche auch für den Rückgang der Artenvielfalt und die Verdrängung heimischer Arten: Denn die Roteiche stammt ursprünglich aus Amerika, genauer gesagt, den
östlichen USA und Kanada. Dort wird auch ihr Laub natürlicherweise besser abgebaut. Das lange herumliegende Laub, das bei uns zur Eindämmung von Waldbränden von Vorteil ist, ist hierzulande für
die Humusbildung problematisch. Aus ihrer Heimatregion wurde der Baum bereits vor über 300 Jahren nach Europa gebracht, zunächst vor allem für Parks und Gärten.
All dies machte ihre Wahl zum Baum des Jahres 2025 so umstritten: Auf der einen Seite eröffnen fremde Arten, wie die Roteiche eine Chance für den Erhalt unserer Wälder im Zuge der Klimakrise, auf
der anderen Seite ist die Roteiche kein heimischer Baum, der für die hiesige Fauna problematisch sein kann. Aber vielleicht ist es auch gerade dieser Zwiespalt, der die Roteiche zu einer wirklich
spannenden Auswahl macht und die Wahrnehmung der ökologischen Doppelkrise in der Öffentlichkeit verstärken kann.
Text: Nils Meyer
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Roteiche
https://www.nabu-jena.de/2024/10/31/die-amerikanische-rot-eiche-baum-des-jahres-2025-und-ihre-chancen-f%C3%BCr-unsere-w%C3%A4lder/

Die in unserem Gebiet größte Spechtart ist selten zu sehen, dafür hört man sie oft und laut. Sein Revierruf „kliöh“ klingt schaurig. Man hört auch man „gückgückgückgück“ (ähnlich dem „Lachen“ des Grünspechts) oder auch „krikrikrikri“.
Ein geübter (Hobby-)Ornithologe kann selbst das Hämmern unterscheiden. Bis zu 17 Mal pro Sekunde schlägt der Schwarzspecht den Schnabel an den Baum. Dabei dient das Hämmern nicht nur der Nahrungssuche sondern auch der Balz und der Revierabgrenzung.
Dieser Vogel mit dem knallroten Scheitel, der eine Größe von bis zu 50 cm erreicht, bewohnt Laub- und Mischwälder. Zum Höhlenbau benötigt er alte dicke Bäume, die Nahrung findet er in Totholz. Man kann Bäume mit Löchern und kahlen Stellen an der Rinde sehen, wo der Schwarzspecht seine Nahrung (meist Ameisen, aber auch Käfer, Larven und andere Insekten) gesucht hat.

Er brütet im April bis Anfang Mai. In die Bruthöhle wird kein Nistmaterial eingetragen.
Weit mehr als 50 weitere Arten nutzen seine Baumhöhlen als Brut- oder Schlafplatz und Futterversteck. Somit hat er für das Ökosystem Wald eine wichtige Schlüsselrolle inne.
Text: Susann Hahn
Quellen:
Pareys Vogelbuch
Podcast „Gut zu Vögeln“ (A. Coenen, P. Juranek)
Durchaus respekteinflößend, wenn man solch ein eindrucksvolles Geschöpf an der Wohnzimmerwand sitzen sieht, was im Herbst durchaus vorkommen kann.
Doch von Anfang an:
Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Amerikanische Zapfen- oder auch Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis) hat sich innerhalb von nur 10 Jahren über fast ganz Europa ausgebreitet.
Sie ist bis zu zwei Zentimeter groß, und rotbraun gemustert. Von anderen ähnlich aussehenden Wanzen lässt sie sich sicher an den lappigen Verbreiterungen an den Hinterbeinen unterscheiden. Wie für fast alle Wanzen typisch, sind ihre Vorderflügel zweigeteilt: die Basis ist verhärtet, die Spitze jedoch membranartig durchsichtig (siehe Foto). Außerdem besitzt sie einen Stech-Saugrüssel.

Wer bei diesem Rüssel nun an den Strohalm denkt, durch den wir Menschen unseren Cocktail ziehen, liegt falsch. Der Wanzenrüssel ist sehr raffiniert gebaut: In einem Führungsrohr sitzen zwei Stechborstenpaare, mit denen das Gewebe angestochen wird. Zusätzlich laufen in dem Rohr zwei weitere Kanäle. Durch den einen wird Speichel injiziert, um das Gewebe aufzulösen, der zweite dient als Nahrungskanal, durch den die Säfte aufgesogen werden. Außerdem laufen durch dieses dünne Gebilde noch Muskeln, die ihn beweglich machen. Wird das meist recht lange Teil gerade nicht gebraucht, wird es einfach in einer Längsrinne am Bauch verstaut.
Die meisten Wanzenarten ernähren sich von Pflanzensäften, einige stechen auch tierisches Gewebe an und die Bettwanze labt sich bekanntlich an Menschblut.
Die amerikanische Zapfenwanze saugt an Zapfen und Nadeln von verschiedenen Nadelbäumen. Es wird davon ausgegangen, dass vor allem Holzimporte für ihre massive Ausbreitung verantwortlich sind.
Darüber hinaus ist sie aber auch ein guter Flieger. Wirtschaftlichen Schaden hat sie in Deutschland bisher nicht angerichtet.
Ihre Eier legt die Wanze direkt an den Nadeln ab. Es folgt eine „unvollständige Entwicklung“, das bedeutet, dass aus den Eiern gleich Miniwanzen schlüpfen, ohne dass ein Raupen- und
Puppenstadium, wie zum Beispiel bei den Schmetterlingen, dazwischengeschaltet ist.
Im Spätsommer sind die Tiere erwachsen und suchen sich nach und nach geeignete Quartiere zum Überwintern. Dabei landen sie recht häufig auch in unseren Wohnungen. Die Eiablage erfolgt dann erst
im Folgejahr.
Das Beruhigende ist, dass diese Ungetüme uns Menschen weder beißen noch stechen. Und der bei Stinkwanzen gefürchtete Abwehrgeruch duftet bei ihnen eher nach einer Mischung aus Nadelbaum und Apfel.
Es spricht also nichts dagegen, solch einen markanten Besucher einfach wieder ins Freie zu verfrachten - oder tief durchzuatmen und ihm freundlicherweise die Überwinterung im Keller oder Dachboden zu gestatten.
Text: Birgit Förderreuther
Quellen:
Deckert, J & Wachmann, E (2020): Die Wanzen Deutschlands. Entdecken – Beobachten – Bestimmen.
Die Wilde Möhre (Daucus carota) ist ein 2-jähriges Doldengewächs mit einer flachen Dolde, die aus 15-50 kleinen weißen Döldchen zusammengesetzt ist. Der Fruchtstand ist nestartig. Die graugrün behaarte Pflanze blüht von Juni bis September und wird 30-100cm hoch. Man findet die Pflanze auf vielen Wiesen, in Ödflächen, Wegrändern oder Steinbrüchen.

Die Wilde Möhre hat eine helle dünne Pfahlwurzel, unsere heutige Garten-Karotte wurde aus dieser wilden Form gezüchtet.
In der Mitte der Dolde befindet sich eine dunkle „Mohrenblüte“, welche eine sitzende Fliege imitiert. Dies lockt Fliegen und andere Insekten an. Beliebt ist die Pflanze bei Schwebfliegen,
Wildbienen, darunter 6 auf Wilde Möhre spezialisierte Bienenarten, und sie ist eine ausgezeichnete Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.

Zu Heilzwecken wird die Wurzel als Saft oder Sirup verwendet. Sie enthält Vitamine und Provitamie A, C und B, verbessert das Sehvermögen (vor allem das Sehen im Dunkeln), hilft gegen Darmparasiten und unterstützt die Harnausscheidung. Möhrensaft wird gern gegen Mandelentzündung bei Kindern verabreicht.
Text: Susann Hahn
Quellen:
„Was blüht denn da?“ (Kosmos Verlag)
„Das große Kräuterbuch der Gesundheit“ (Gondrom)
Robinga Schnoegelroegel (Instagram, Biodiversitätsinfluencer)
Die Gewöhnliche Strauchschrecke ist eine unserer häufigsten Laubheuschrecken und in nahezu ganz Deutschland verbreitet. Sie kommt insbesondere in hohen und dichten, gebüschreichen Gebieten vor, insbesondere Waldrändern und -lichtungen, Hecken, Gebüschsäumen und anderen.

Merkmale
Die Gewöhnliche Strauchschrecke gehört zu den Langfühlerschrecken. Sie hat, naheliegenderweise, recht lange Fühler und dazu sehr kurze Flügel und eine bräunliche Grundfärbung. Ausgewachsene Tiere sind mit bis zu 2 cm Länge etwas größer als andere kleine „Grashüpfer“. Weibchen können mit ihrer Legeröhre sogar noch einen Zentimeter größer sein. Wie bei anderen Heuschrecken, können die Mänchen mit ihren Lauterzeugungsorganen „singen“. Bei Langfühlerschrecken, wie der Gewöhnlichen Strauchschrecke, wird der Gesang durch das Reiben der Flügel erzeugt. Kurzfühlerschrecken erzeugen Ihren Gesang hingegen mit den Beinen. Der Gesang der Gewöhnlichen Strauchschrecke ist sehr leise und nur wenige Meter hörbar. Allerdings sind die Männchen sehr ausdauernd und singen den gesamten Tag bis weit in die Nacht und sogar noch spät im Jahr nach den ersten Herbstfrösten.
Fortpflanzung
Zur Ablage und Entwicklung der Eier benötigt die Gewöhnliche Strauchschrecke ein eher feuchtes Mikroklima, was ihren Lebensraum in eher dichter Vegetation erklärt. Die Eier werden von dem Weibchen in Pflanzenstängel oder Rinde abgelegt, wo sie zweimal überwintern. Die geschlüpften Larven entwickeln sich dann schnell zu erwachsenen Heuschrecken (Imagines), die sich wiederum paaren, bevor sie, wie die meisten Heuschrecken, im Laufe des Winters sterben.
Sind die gefährlich?
Wie die meisten Heuschrecken sind auch die Gewöhnlichen Strauchschrecken Vegetarier. Die gefährlich aussehenden Stacheln oder Zangen am Hinterleib der Heuschrecken sind ebenso völlig ungefährlich und dienen ausschließlich zur Fortpflanzung. Mit den vor allem bei den Männchen auffälligen Zangen (Cerci) halten sich die Tiere gegenseitig bei der Fortpflanzung fest. Der auffällige „Stachel“ am Hinterleib des Weibchens ist eine Legeröhre wird ausschließlich genutzt, um die Eier zielgerichtet an ihrem Bestimmungsort im Pflanzenmaterial zu deponieren.
Text: Nils Meyer
Quellen:
Fischer, Jürgen u.a.: Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols. Bestimmen – Beobachten – Schützen, Wiebelsheim, 2. Auflage 2020.
„Mut zur Lücke“ ist der Wahlslogan, mit dem es der Hausrotschwanz zum Vogel des Jahres 2025 geschafft hat. Nach diesem Erfolg ist es höchste Zeit, den Wahlsieger in unserer Rubrik „Art des Monats“ eingehend vorzustellen.

Merkmale
Wer ihn einmal bemerkt hat, kann den Hausrotschwanz nicht mehr übersehen: Größenmäßig liegt der Hausrotschwanz zwischen Meise und Amsel. Die Männchen sind grau gefärbt mit schwarzem Gesicht, schwarzer Brust und einem auffälligen weißen Feld auf dem Flügel. Die Weibchen sind etwas unauffälliger graubraun gefärbt. Auffälligstes Merkmal beider Geschlechter ist der namensgebende rostrote Schwanz. Aber auch an seinem Verhalten ist der kleine Vogel leicht zu erkennen. Häufig sitzen Männchen oder Weibchen auf erhöhten Plätzen, zum Beispiel Hausdächern oder Gartenzäunen und zeigen ihre schlanke, elegante Silhouette. Regelmäßig knicksen die Vögel dabei etwas nervös mit den Beinen und zittern mit ihrem roten Schwanz.
Von diesen Warten aus stimmt das Männchen auch seinen auffälligen Gesang an. Mit dem schnalzenden Geräusch am Anfang ist der Hausrotschwanz nicht zu verwechseln! Der Gesang beginnt schon früh morgens vor Sonnenaufgang und wird auch noch am Abend und auch spät im Jahr vorgetragen. Nur sein enger Verwandter der Gartenrotschwanz hört sich ähnlich an. Dieser findet sich jedoch eher nicht in Siedlungen, sondern eher auf Streuobstwiesen und anderen größeren strukturierten offenen Flächen. Neben dem charakteristischen Gesang kann man auch häufiger die Warnrufe des Hausrotschwanz von Männchen und Weibchen gleichermaßen hören, wenn zum Beispiel Katzen, Rabenvögel oder Raubvögel in der Nähe sind.
In Deutschland ist er überall im Siedlungsberiech von Ende März bis in den November anzutreffen. Den Winter verbringt der Kurzstreckenzieher dann in Südeuropa oder Nordafrika. Im Zuge der Klimakrise überwintern Hausrotschwänze jedoch mittlerweile auch teilweise in Deutschland.

Brut und Jungvögel
Der Slogan „Mut zur Lücke“, mit dem der Hausrotschwanz die Wahl zum Vogel des Jahres gewonnen hat, ist durchaus wörtlich zu verstehen. Als Untermieter in menschlichen Siedlungen, nutzt er vor allem Lücken unter dem Dach, hinter Fassadenverblendungen und andere Hohlräume, um dort zwischen April und September sein sein Nest zu bauen und seine Jungen großzuziehen. Die vielen Wohnhäuser mit kleinen Gärten in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen bieten ihm ideale Bedingungen zum Nestbau und zur Futtersuche. Und so kann man den Hausrotschwanz auch vom Wohnzimmerfenster aus beobachten, wenn er unter Hausdächer schlüpft oder vom Gartenzaun aus nach Insekten für seine Jungen jagt. In Filderstadt konnten wir ihn unter anderem schon in Rolladenkästen oder in Auslässen von Badezimmerlüftungen nisten sehen. Häufig sieht man im Frühsommer auch die ausgeflogenen Jungvögel in den Gärten oder auf Balkons sitzen, wo sie von den Eltern versorgt werden.
Gefährdung
Wie andere Gebäudebrüter leidet der Hausrotschwanz darunter, dass bei Gebäudesanierungen Lücken und Ritzen verschlossen werden und so die Nistplätze verloren gehen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind diese Nistplätze geschützt und dürfen bei Sanierungen nicht verloren gehen (oder es muss ein Ersatz zum Beispiel in Form eines Nistkastens bereitgestellt werden). Diese Regelungen werden aber viel zu oft nicht eingehalten. Im Zusammenspiel mit dem Rückgang der Insektenpopulationen droht der Hausrotschwanz so auf Dauer aus unseren Siedlungen zu verschwinden. Daher ist der Slogan „Mut zur Lücke“ gerade in unserer Region wichtig!
Text: Nils Meyer
Quellen:
„Ratten der Lüfte“, Krankheitsüberträger, Plage… So werden Stadttauben häufig betitelt. Doch wie kam es, dass die einst beliebten Haustiere jetzt diesen schlechten Ruf haben. Die Tiere wurden
jahrhundertelang als Eier- und Fleischlieferanten sowie Postboten vom Menschen domestiziert und gezüchtet. Der Kot wurde als Dünger verwendet.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Taubenhäuser zerstört und die nun freien Tiere fanden in den Ruinen ein neues Zuhause, in dem sie nisten und sich vermehren konnten.

Der Mensch züchtete die Haustaube vor etwa 5000 Jahren aus der Felsentaube, die Ähnlichkeit bei vielen Individuen ist deutlich erkennbar. Mittlerweile gibt es sie in den unterschiedlichsten
Farben und Zeichnungen.
Durch die Domestizierung sind sie eng an den Menschen gebunden und haben sich sehr gut an Städte und Siedlungen angepasst. Sie legen bis zu 6 Mal im Jahr je 2 Eier, unabhängig vom Futterangebot
oder der Jahreszeit. Um ihre Jungen kümmern sich beide Elternteile gleichermaßen und sehr liebevoll. Gefüttert werden die Jungen durch die sogenannte Kropfmilch, eine weißliche Masse, die an Käse
erinnert. Die Jungen saugen sie aus dem Schlund der Eltern.
Erwachsene Tiere ernähren sich von Körnern, Weizen, Erbsen, Mais u.ä., welche sie unzerteilt hinunterschlucken. Zur Verdauung fressen die Tauben kleine Steinchen, welche die Nahrung im Magen
zerreiben.
Tauben sind sehr reinliche Tiere, die gern ein Bad nehmen und sich auch gegenseitig putzen – als Zeichen ihrer Zuneigung. Sie verbreiten nicht mehr Krankheiten als andere Vögel oder Wildtiere.
Sie sind intelligent und können sich Gesichter merken.
Durch das oft fehlende Nahrungsangebot in den Städten fressen die Tauben jedoch aus Hunger menschliche Abfälle, daher sieht man sie oft in Fußgängerzonen und Parks. Viele Tiere sind sehr
abgemagert und krank.

Viele Städte, auch Leinfelden-Echterdingen, stellen betreute Taubenhäuser auf, in dem die Tiere artgerechtes Futter, frisches Wasser und geschützte Nist- und Schlafplätze finden. Durch den Tausch der Eier durch Gips- oder Plastikeier wird das Wachstum der Population kontrolliert. Die echten Eier sind dann oft ein Festmahl für Krähen.
Text: Susann Hahn
„Du-duuh-du“ – diesen Ruf kann man hören, wenn eine Türkentaube auf einer Antenne, auf dem Dach oder einem Baum sitzt. Nicht zu verwechseln, mit dem Fünfer-Ruf der Ringeltaube. Die Türkentaube, deren Name auf ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinweist, ist kleiner und filigraner als die auch häufig anzutreffende Ringeltaube.

Das Gefieder in grau-beige-braun, fast rosa-pastellig mit einem schwarzen Nackenband. Die Türkentauben sieht man meist zu zweit, wobei man keinen Unterschied zwischen Männchen und Weibchen
feststellen kann.
Als Standvogel sind sie auch im Winter zu sehen, sie sind eng an menschliche Siedlungen gebunden. Ursprünglich in der Türkei und weiteren Teilen Asiens beheimatet, folgen sie dem Menschen und
seiner Kultur und breiten sich seit den 1930er Jahren weiter aus. 1943 wurden die ersten Türkentauben in Wien beschrieben, 2018 sogar in Island entdeckt.

Die Tauben sind sich in der Saison treu, bauen Nester aus Reisighaufen und legen mehrmals pro Jahr 2 Eier. Die Jungen sind früh geschlechtsreif und ziehen bis zu 200km weiter (das nennt man
Dismigration), um ihre eigenen Nachkommen groß zu ziehen.
Auch typisch ist ein lautes nasales „chwiih“ während des Fluges. Durch Flügelklatschen machen sie ihr Weibchen auf potenzielle Nistplätze aufmerksam.
Text: Susann Hahn
Wie ein kleiner Kolibri schwirrt und schwebt es lautlos zwischen Blumen umher und trinkt mit seinem Rüssel Nektar: Das Taubenschwänzchen.

Merkmale
Das Taubenschwänzchen ist ein besonderer Schmetterling: Ein Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer, der vor allem tagsüber in den Sommermonaten unterwegs ist und im Blumenbeet und an Blumenkästen nach Nektar sucht. Auffällig ist der kolibriartige Flug, in dem die orangefarbenen unteren Flügel, der namensgebende grau-schwarz-weiße „Taubenschwanz“, der lange Rüssel und die kurzen keulenartigen Fühler auffallen, ebenso wie die Augen, die mit dem Anschein einer Pupille besonders zum drolligen „Gesichtsausdruck“ des Schmetterlings beitragen. Der taubenschwanzartige Hinterleib wird übrigens im Schwebflug auch zum Steuern eingesetzt.
Wanderfalter
Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter. Wie viele Vogelarten gibt es auch Schmetterlingsarten, die im Winter in wärmere Gefilde ziehen. Taubenschwänzchen kommen in Europa bis nach Nordskandinavien vor. Die Überwinterungsgebiete liegen dabei in West- und Südeuropa und in Nordafrika. Auch in Deutschland überwintern einzelne Taubenschwänzchen, insbesondere in Flusstälern, wo konstant frostfreie Temperaturen herrschen. Denn Frost verträgt der kleine Schmetterling nicht.
Fortpflanzung
In Deutschland überwinternde Taubenschwänzchen legen ihre Eier im März ab, Taubenschwänzchen, die aus Südeuropa zu uns kommen, ab Ende April. Als Eiablage wird Labkraut genutzt, das auch als Futter für die Raupen dient. Die Raupen schlüpfen dann Mitte Juni, beziehungsweise Ende Juli. Nach 20 Tagen sind die Raupen ausgewachsen und verpuppen sich für gut 3 Wochen, bevor die fertig entwickelten Falter aus der Puppe erscheinen. In Südeuropa können so Pro Jahr drei bis vier neue Generationen dieses charismatischen Falters entstehen.

Text: Nils Meyer
Quellen:
Mit ihrem kontrastreichen Federkleid, dem grün-blauen Glanz auf den Flügeln und auf ihrem langen Schwanz hat die Elster immer etwas von einem Paradiesvogel. Zeit den häufig etwas verkannten Rabenvogel in unserer Rubrik „Art des Monats“ vorzustellen.

Erkennungsmerkmale
Elstern sind etwa taubengroß. Auffälligste Merkmale sind die schwarz-weiße Färbung und der sehr lange Schwanz. Vor allem Im Flug ist außerdem der grün-blau irisierende Effekt in der schwarzen
Farbe der Flügel und des Schwanzes sichtbar. Neben dem Äußeren sind Elstern außerdem sehr gut an ihren Rufen erkennbar: Am bekanntesten ist das sogenannte „Schackern“, das sich etwa anhört wie
das Schütteln einer Streichholzschachtel. Oft sieht man Elstern einzeln oder in kleinen Gruppen etwa 2 bis 6 Tieren auf Rasen- oder Ackerflächern laufen oder hüpfen, wo sie nach Nahrung suchen.
Auch sieht man sie oft in Bäumen oder überfliegend in offenen oder halboffenen Landschaften, wie es sie in und um Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen zu Genüge gibt.
Brutverhalten
Elsterpaare bleiben oft lebenslang zusammen. In der Brutzeit von März bis August bauen sie ein großes, überdachtes kugelförmiges Nest aus losen Zweigen, das nur im unteren Bereich etwas
ausgepolstert wird. Dort ziehen sie bis zu sieben Junge groß. Wie bei anderen Singvögeln (zu denen die Elstern als Rabenvögel gehören), bleiben auch bei Elstern die Jungen, nachdem sie das Nest
verlassen haben, mehrere Tage bis Wochen in der Nähe des Nests, wo sie von den Eltern versorgt werden. Und wie bei anderen Singvögeln betteln auch hier die kurzschwänzigen, rundlichen Jungvögel
flatternd nach Essen. Bei den vergleichsweise großen Elstern ist dieses knuffige Verhalten sehr gut zu beobachten – so beispielsweise auch wieder 2024 im Süden von Bernhausen. Über den ganzen
Winter war danach der kleine Trupp heranwachsender Elstern gemeinsam unterwegs und zog, wie für Jugendliche üblich, Krach machend um die Häuser.

Clevere Opportunisten mit schlechtem Ruf
Elstern sind wie viele Rabenvögel Opportunisten und Allesfresser. Das bringt ihnen einen schlechten Ruf ein. Denn es kann durchaus vorkommen, dass ein Gelege oder ein Jungvogel einer anderen Art
auf dem Speiseplan landet. Das ist allerdings schlicht Teil ihres natürlichen Verhaltens und ihrer Rolle im Ökosystem - und hat auf den Fortbestand anderer Singvogelpopulationen auf Ganze gesehen
kaum Auswirkungen.
Übrigens: Elstern sind sehr clever. So gibt es Fälle, wo Elstern Vogelabwehrstacheln ins eigene Nest zur Abschreckung für Fressfeinde eingeflochten haben. Auch ihr Ruf als „diebische Elster“ ist
Studien zufolge ein Mythos. Elstern haben anders als volkstümlich behauptet kein besonderes Faible für glitzernde Gegenstände.
Text: Nils Meyer
Quellen:

Der Steinkauz ist eine Eule der bäuerlichen Kulturlandschaft und lebt seit Jahrhunderten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Menschen. Allerdings wird man ihn nur selten zu sehen bekommen, denn er
ist durch sein Gefieder äußerst gut getarnt und macht nur selten auf sich aufmerksam.
Er brütet in Gebäuden und Stallungen, und in den Obstbäumen der Streuobstwiesen, sofern es dort ein Angebot an geeigneten Höhlen oder Brutröhren gibt.
Den Lebensraum, den ihm die kleinflächige, strukturreiche, bäuerliche Landwirtschaft geschaffen hat, den nimmt ihm jetzt die Industrialisierung der Landwirtschaft wieder weg.
Die großflächige Entfernung von Hecken und Baumreihen, insbesondere auch die Fällung von Kopfweiden und Obstbäumen und der Schwund der Streuobstwiesen hat zum Schwinden des Lebensraumes für den
Steinkauz geführt.
Dabei ist er dem Landwirt eigentlich ein nützlicher Helfer, denn seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Feld-, Scher- und Wühlmäusen, die in der Landwirtschaft erhebliche Schäden anrichten
können.
Das Optimalhabitat liegt in Deutschland unter 100m ü. NN, weist eine hohe Baumdichte (mit Höhlen) auf, besitzt über 60% Grünlandanteil (davon mind. 50% Viehweide) und verfügt über ein
ausreichendes Angebot an Sitzwarten, z. B. Zaunpfähle.
In südlichen Ländern ohne Streuobstwiesen brütet der Steinkauz gerne in alten Gemäuern, Stallungen, alten Bauernhäusern und natürlich Baumhöhlen. Aber die haben wir hier eigentlich nicht mehr.
Wenn heute ein Haus gebaut wird, lässt man für Gebäudebrüter keine Lücken und Nischen mehr offen. Fassaden sind geschlossen und glatt.
Aussehen und Körperbau
Der Steinkauz ist kaum größer als eine Amsel. Er erreicht eine Länge von ca. 21-23cm, eine Flügelspannweite von 50-58cm und ein Gewicht von 160-240g (Männchen, Durchschnitt = 180g) bzw. 170-250g
(Weibchen, Durchschnitt = 200g). Männchen besitzen die gleiche Größe wie Weibchen, sind aber und i.d.R. etwas leichter als diese. Damit der Steinkauz eine unserer kleinsten Eulen.
Die Lebenserwartung liegt bei maximal ca. 16 Jahren in der Natur und 18 Jahren in Gefangenschaft.
Nahrung
Neben den bereits erwähnten Mäusen frisst der Steinkauz auch größere Insekten, wie das Heupferd, Regenwürmer, kleine Reptilien, Käfer und andere Insekten, wie z. B. Nachtfalter. Der überwiegende
Teil seiner Nahrung besteht jedoch aus Mäusen, da sie den größten Nährwert haben. Nachtfalter und Regenwürmer werden eher selten erbeutet und reichern das Nahrungsspektrum verstärkt nur in
Hungerzeiten an, wenn etwa die Mäusepopulation zusammengebrochen ist oder längere Kälte- und Nässeperioden die Jagd auf Mäuse schwierig machen. Daher ist es auch wichtig, dass die Wiesen in einem
Steinkauzrevier regelmäßig kurz gehalten werden. Hoch stehendes Gras machen dem Steinkauz die Jagd nahezu unmöglich.
Der Steinkauz ist standorttreu. Er ist kein Zugvogel, sondern bleibt in einem einmal besetzen und ausreichend Nahrung bietenden Revier.
Mit seinen charakteristischen Balzrufen sucht er eine Partnerin und lebt mit ihr oft in monogamer Dauerehe.
Fortpflanzung
Bereits im Januar kann man in den frühen Morgen -und späten Abend- und Nachtstunden die Balzrufe der Steinkäuze hören. Witterungsabhängig kann die Brutzeit variieren und von März bis August
andauern. Gelege sind durchschnittlich 3–5 Eier groß. Es können aber auch nur 1 oder auch 8 Eier gelegt werden. Ist das Nahrungsangebot schlecht, sind die Gelegegrößen kleiner. Manchmal werden
auch mehrere Eier gelegt, aber wegen Verschlechterungen des Nahrungsangebotes nur 1 oder 2 Eier bebrütet.
Die Sterblichkeit ist mit rund 70% im ersten Lebensjahr unter jungen Steinkäuzen sehr hoch. Da Steinkäuze auf der Suche nach einem Revier oder nach Nahrung oft dicht über den Boden fliegen und
dabei auch Straßen überqueren, werden sie häufig zu Verkehrsopfern. Viele Jungtiere werden außerdem Opfer von Beutegreifern wie Hauskatzen, Mardern oder Greifvögeln. Um nicht Opfer größerer Eulen
zu werden, meidet der Steinkauz die Nähe zum Wald.

Bestandsentwicklung
Der Rückgang der Steinkauzpopulation in Deutschland hat Mitte des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Die Flurbereinigung, die Zusammenlegung kleiner Schläger, das Fällen alter Kopfweiden und Obstbäume
haben ihm seine Nahrungsgrundlage und Brutmöglichkeiten genommen.
Als wärmeliebende Art ist der Steinkauz in Deutschland nur lückenhaft verbreitet. Als Standvogel zeigt er nur wenig Wanderungsbewegungen. Lediglich die Jungvögel verlassen im Herbst das
elterliche Revier. In der Regel suchen sie sich Reviere im Umkreis von etwa 10–30 Kilometern.
Der Steinkauz wird auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten unter der Kategorie „V“, der Vorwarnliste geführt. Das heißt, er ist zwar (noch) nicht direkt im Bestand bedroht – sein Bestand ist
stabil auf relativ niedrigem Niveau.
Jedoch wird durch Rodung, durch mangelnde oder völlig fehlende Pflege und Jahrzehnte langes Ausbleiben von Neupflanzungen in Streuobstwiesen der Steinkauz zunehmend seinen Lebensraum verlieren.
Die meisten Streuobstwiesen sind in katastrophalem Zustand, viele Bäume sind bereits abgestorben, bzw. von Misteln und Virenerkrankungen befallen. Wie wichtig dieser Lebensraum nicht nur für den
Steinknauz sondern auch eine Vielzahl anderer Tiere und Insekten ist, scheint man in der Politik noch immer nicht verstanden zu haben. Mit dem Verschwinden der Streuobstwiesen verschwindet auch
für den Menschen eine Kulturlandschaft, die nicht nur ein wichtiges Naherholungsgebiet , sondern schließlich auch ein Teil unserer Lebensgrundlagen ist.
Text: Harald Schmidt
Quellen: Wikipedia, Literatur.

„Ihr Naturschützer mit euren blöden Spechten! Das sind doch Schädlinge, die machen mit ihren Löchern meine ganzen Bäume kaputt - abschießen sollte man die frechen Biester!“
So beschimpfte uns ein wütender Stücklesbesitzer auf seiner Obstwiese, als wir einen Buntspecht in einem alten Apfelbaum entdeckten und ihn „bei der Arbeit“ beobachteten.
Hmmm – sind die wirklich so schlimm?
Höhlenbau
Überall, wo es ältere Bäume gibt, also in Wäldern, Streuobstwiesen, Gärten und Parkanlagen, zimmern die Buntspechte Höhlen in weicheres, krankes oder abgestorbenes Holz. Diese Baumhöhlen mit einem Eingang von 5-6 cm Durchmesser dienen
→ zur Markierung und Abgrenzung des Reviers
→ zur Anlockung eines Weibchens
→ als Brutplatz zur Aufzucht des Nachwuchses oder
→ als Schlafstätten.
Es kommt vor, dass die Männchen bis zu fünf Höhlen bauen, um sie ihren auserwählten Weibchen vorzuzeigen und um damit zu imponieren. Nicht benötigte Höhlen bleiben aber nicht lange unbenutzt,
denn andere Vogelarten wie Meisen, Kleiber, Fliegenschnäpper, Rotschwänze und Stare freuen sich über die dringend benötigten Wohnquartiere, welche der Buntspecht neu für sie geschaffen hat. Das
gilt auch für baumbewohnende Fledermäuse.
Aussehen und Körperbau
Buntspechte sind etwa Amsel-groß mit kräftigem Schnabel. Sie sind überwiegend schwarz-weiß gefärbt; die Unterschwanzdecken sind jedoch leuchtend rot. Nur das Männchen besitzt einen roten
Nackenfleck.
Mit ihrem kräftigen Meißelschnabel und ihren Kletterzehen sind Buntspechte bestens ausgestattet für das Leben im Baum.
Stimme
als Lock- und Verständigungsruf dient meist ein kurzes und scharfes „kick“. Bei Beunruhigung oder Störung hört man schnelle und undeutliche Tonfolgen.
Trommeln
Charakteristisch sind die schnellen und kurzen Trommelwirbel des Buntspechts. Sie dienen nicht der Nahrungssuche, sondern sollen - während der Balzzeit - Partner anlocken und gleichzeitig das
eigene Brutrevier abgrenzen.
In Bernhausen hieben trommelnde und balzfreudige Buntspechte große Löcher in eine vollisolierte und resonanzfreundliche Hausfassade. Und das ausgerechnet und ohne behördliche Genehmigung am
Gebäude des örtlichen Polizeireviers!
Nahrung
Buntspechte sind zwar Allesfresser - ganz oben auf dem Speisezettel stehen aber Insekten (Käfer!) sowie deren Eier und Larven. Damit sind unsere Spechte aktive und kostenlose
Schädlingsbekämpfer!
Kleinvogel-Gelege werden nicht verschmäht, ebenso wenig wie Zapfen und Früchte von Bäumen und Sträuchern. Im Winter sieht man Buntspechte häufig an Futterplätzen.
Fortpflanzung: Schon nach dem ersten Lebensjahr werden Buntspechte geschlechtsreif. Im April/Mai bilden sich die Brutpaare und ziehen 5-7 Jungvögel groß: nach 10-12 Tagen sind
die Eier ausgebrütet, die geschlüpften Jungen fliegen nach mind. 3 Wochen Nestlingsdauer aus und werden noch ca. 10 Tage lang von den Eltern versorgt.
Sonstiges
Buntspechte sind außerhalb der Brutzeit lebhafte und auffällige Einzelgänger.
Sie wirken dann auf uns rastlos und streitsüchtig, ruffreudig, stur und wenig kontaktfreudig.
Sind das nicht Eigenschaften, welche auch uns Menschen durchaus nicht fremd sind?
Text: Eberhard Mayer
Quellen: Dr. Klaus Ruge in: Spechte - Baumeister im Wald (Stiftung LBBW)